Härtefallfonds Phase 2

CORONA UPDATE 06.04.2020

1. Härtefallfonds Phase 2:

Die Phase 2 startet mit 16. April 2020. In der zweiten Phase kann über einen Zeitraum von maximal 3 Monaten eine Unterstützung von bis

zu 6.000,-- Euro von durch COVID-19 wirtschaftlich signifikant bedrohten Unternehmen beantragt werden. Dabei wird anteilig auf den Verdienstentgang abgestellt. Die Auszahlung wird dann innerhalb weniger Tage erfolgen.

 

 

Im Gegensatz zu Phase 1 entfallen sowohl die Verdienst-Obergrenze als auch die Untergrenze als Eintrittskriterium. Zum Nachweis der Selbständigkeit muss eine SV-Anmeldung erfolgt sein und im letztverfügbaren Steuerbescheid müssen Einkünfte aus Selbständigkeit deklariert sein.

 

 

Der Verdienstentgang aus dem aktuellen „COVID-Monat“ (z.B. 16.03. bis 15.04.) im Vergleich zum Einkommen ALT wird mit bis zu 80 % ersetzt und mit 2.000,-- Euro pro Monat für maximal 3 Monate gedeckelt.

 

 

Die Daten für Umsatz ALT & Einkommen ALT stammen aus dem letztverfügbaren Steuerbescheid bzw. dem Durschnitt der letzten 3 verfügbaren Steuerbescheide. Der Umsatzeinbruch ist durch die Förderwerber selbst nachzuweisen – beispielsweise durch Registrierkassabelege oder Kontoauszüge.

 

 

Das Einkommen ALT kann optional nicht nur auf den letzten Steuerbescheid, sondern auf 3 Jahre/Steuerbescheide gerechnet werden, um z.B. Karenzzeiten auszugleichen. Die Anträge werden jeweils monatlich gestellt. Allfällig erhaltene Zuwendungen aus der Phase 1 werden bei dem ersten Zuschuss aus der Phase 2 gegengerechnet.

 

 

2. Corona Hilfs-Fonds-NEU

Wer soll das Geld aus dem Notfall-Hilfs-Fonds bekommen?

Die Zielgruppe sind besonders betroffene Branchen, deren Umsatz um zumindest 40% im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen ist und die dadurch mit der Gefährdung ihrer Geschäftsgrundalge konfrontiert sind. Aber auch Unternehmen, die durch Maßnahmen wie Betretungsverbote, Reisebeschränkungen oder Versammlungsbeschränkungen betroffen sind und dadurch Liquiditätsprobleme haben.

 

 

Ausgenommen sind Unternehmen, die mehr als 250 Mitarbeiter zum 31.12.2019 beschäftigt haben und Mitarbeiter gekündigt haben, statt die Kurzarbeit nach Ausbruch der COVID-19-Krise in Anspruch zu nehmen.

 

 

Wer wickelt den Hilfs-Fonds ab?

Die neugegründete COFAG – Covid-19 Finanzierungsagentur gemeinsam mit AWS, ÖHT und OeKB. Die Single-Point of Contact ist die Hausbank.

 

Wie wird der Fonds ausgestaltet sein?

Im Wesentlichen werden zwei Instrumente zur Eindämmung der wirtschaftlichen Schäden von der Regierung angewandt:

 

 

1.1 Garantien für Kredite: ab 8. April 2020

Die staatliche Haftung bei Garantien für Kredite wird von derzeit 80% auf zukünftig 90% ausgeweitet. Damit werden Betriebsmittelkredite besichert. Die Obergrenze dafür sind maximal 3 Monatsumsätze oder maximal 120 Mio. Euro. Diese kann nur in begründeten Ausnahmefällen erhöht werden. Die Laufzeit beträgt maximal 5 Jahre und kann um bis zu

5 Jahre verlängert werden. Es kommt ein

a) Kreditzinssatz von höchstens 1% plus

b) Garantieentgelte, je nach Größe des Unternehmens und Laufzeit der Garantie zwischen 0,25 und 2% zur Anwendung.

 

 

Die Garantie kann gezogen werden, wenn der Kreditnehmer mit seinen Zahlungsverpflichtungen unter dem Kreditvertrag säumig ist oder ein Insolvenzverfahren über den Kreditnehmer eröffnet wurde oder die Eröffnung mangels Masse unterblieben ist. Single-Point of Contact ist die Hausbank. Diese füllt gemeinsam mit dem Unternehmen den Antrag aus. Je nach Unternehmen wird dieser Antrag dann an die Österreichische Kontrollbank (Großunternehmen), an die Austria Wirtschaftsservice GmbH (Klein- und Mittelbetriebe) oder an die Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH

(Tourismusunternehmen) weitergeleitet.

 

 

Über diese drei Förderstellen werden von der COFAG Kreditgarantien für von Banken an Unternehmen vergebene Kredite ausgestellt. Von der COFAG werden von der Kreditsumme 90% garantiert.

 

 

Ziel ist es, vollständige Anträge von der Einreichung bis zur Genehmigung binnen 7 Werktagen abzuwickeln. Erste Auszahlungen sollen daher bereits ab 15. April 2020 erfolgen können. Nicht finanzierungsfähig sind Umschuldungen von Krediten, Investitionen oder Dividendenzahlungen von 16.3.2020 – 16.3.2021.

 

 

Wie erfolgt die technische Umsetzung?

Nach einem Jahr bzw. am Ende des Wirtschaftsjahres soll die Abrechnung erfolgen. Bei der Abrechnung wird dann ein Teil dieses Kredites in einen nicht rückzahlbaren Zuschuss umgewandelt.

 

 

1.2 Zuschüsse:

Dabei werden nicht rückzahlbare Zuschüsse zur Deckung von Fixkosten für Unternehmen in der Corona-Krise gewährt. Ein Antrag kann ab 15.04.2020 bis 31.12.2020 gestellt werden und ist pro Unternehmen mit maximal EUR 90 Mio. beschränkt. Dieser Zuschuss ist nicht steuerpflichtig, reduziert aber die abzugsfähigen Aufwendungen im betreffenden Wirtschaftsjahr. Der Antrag auf einen Fixkostenzuschuss ist bei dem Online Tool der AWS zu stellen. Die Auszahlung erfolgt über die Hausbank in Abstimmung mit der AWS.

 

 

Wer bekommt Fixkostenzuschüsse:

• Der Standort und die Geschäftstätigkeit müssen in Österreich sein und die Fixkosten müssen in Österreich operativ angefallen sein.

• Das Unternehmen erleidet im Jahr 2020 während der Corona-Krise einen Umsatzverlust von zumindest 40%, der durch die Ausbreitung von COVID-19 verursacht ist.

• Unternehmen müssen sämtliche zumutbare Maßnahmen setzen, um die Fixkosten zu reduzieren und die Arbeitsplätze in Österreich zu erhalten.

• Unternehmen, die vor der Covid-19-Krise ein gesundes Unternehmen waren.

 

 

Wie hoch ist der Fixkostenzuschuss:

Der Fixkostenzuschuss ist gestaffelt und abhängig vom Umsatzausfall des Unternehmens, wenn dieser binnen 3 Monaten EUR 2.000,-- übersteigen, zahlt der Bund:

• 40 – 60% Umsatzausfall: 25% Ersatzleistung

• 60 – 80% Umsatzausfall: 50% Ersatzleistung

• 80 - 100% Umsatzausfall: 75% Ersatzleistung

 

 

Bemessungsgrundlage sind die Fixkosten und Umsatzausfälle des Unternehmens zwischen 15. März 2020 und Ende der Covid-Maßnahmen.

 

 

Was sind Fixkosten:

Grundsätzlich Geschäftsraummieten (wenn der Mietzins nicht reduziert werden konnte und im unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit steht), Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen (sofern diese nicht gestundet werden konnten), betriebsnotwendige, vertragliche Zahlungsverpflichtungen (die nicht gestundet oder reduziert werden konnten), Lizenzkosten, Zahlungen für Strom / Gas / Telekommunikation, etc.

 

 

Auch ein angemessener Unternehmerlohn in Höhe von maximal EUR 2.000,-- pro Monat sind Fixkosten.

 

 

Daneben: Wertverlust bei verderblichen/saisonalen Waren, sofern diese während der Covid-Maßnahmen mind. 50% des Wertes verlieren.

 

 

Was muss bei der Antragstellung berücksichtigt werden:

Die Anträge haben eine Darstellung der tatsächlich entstandenen Fixkosten und der tatsächlich eingetretenen Umsatzausfälle zu enthalten. Die Angaben sind vor Einreichung vom Steuerberater zu prüfen und zu bestätigen.

 

 

Verpflichtungen des Unternehmens:

Unternehmen müssen sich verpflichten, auf die Erhaltung der Arbeitsplätze besonders Bedacht zu nehmen und sämtliche zumutbare Maßnahmen zu setzen, um die Fixkosten zu reduzieren und die österreichischen Arbeitsplätze zu erhalten. Die für eine Überprüfung benötigten Unterlagen müssen bei Verlangen ausgehändigt werden, um eine ordnungsgemäße Verwendung der Mittel sicherzustellen.

 

 

Wann kommt es zur Auszahlung:

Nach Feststellung des Schadens, somit nach Ende des Wirtschaftsjahres und Einreichung der Bestätigung des Steuerberaters über den Umsatzrückgang und die ersatzfähigen Fixkosten (Frist 31.8.2021).

 

 

Der Fixkostenzuschuss muss – vorbehaltlich korrekter Angaben betreffend Umsatz und Höhe der Fixkosten – nicht rückerstattet werden.

 

Der Fixkostenzuschuss selbst unterliegt nicht der Steuerpflicht, aber er reduziert die abzugsfähigen Aufwendungen im betreffenden Wirtschaftsjahr.

 

 

3. Finanzierung der Kurzarbeits-Löhne

Die AMS Bewilligungsbestätigung der Kurzarbeit wird von den Banken als Sicherheit für Betriebsmittelkredite akzeptiert. Die Tilgung erfolgt dann aus der vom AMS bezahlten Kurzarbeitsentschädigung.

 

Alles Gute und #StaySafe

 

Das Quintax Team